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Generelle Informationen zur Priesterausbildung.
Wie lange dauert die Ausbildung? Die meisten Bistümer sehen ein propädeutisches Jahr, ein Jahr der Vor-Bildung vor dem Studium vor, in dem die menschlichen und geistlichen Voraussetzungen für den Priesterberuf ausdrücklich (weiter-)entwickelt werden. Vergleichbar ist bei den künftigen Ordenspriestern das Noviziat. Die Ausbildung für die Priesterkandidaten von Sankt Georgen beginnt mit dem propädeutischen Vorkurs in Dresden. Dieser dient dem persönlichem, geistlichem und gemeinschaftlichem Start in das Leben im Priesterseminar. Daran schließt sich das fünfjährige Theologiestudium an. Während dieser Zeit sieht die Ausbildungsordnung ein Pfarrpraktikum sowie diakonales Engagement neben dem Studium vor. Nach dem Studium folgt die Einübung in den praktischen Dienst in der Seelsorge, der Pastoralkurs von einem halben Jahr Dauer. Anschließend die Diakonenweihe und nach einem Praktikumsjahr die Priesterweihe.
Findet die gesamte Ausbildung im Priesterseminar statt? Das Leben in der Kommunität des Priesterseminars ist unerlässlicher
Bestandteil der Priesterausbildung. Dort findet durch die Regeln und den
Rhythmus eines Gemeinschaftslebens, durch die Leitung der Oberen und
durch den Austausch der Kandidaten untereinander eine nachhaltige
Formung statt. Menschliche Haltungen werden geprägt, das geistliche
Leben wird eingeübt, die kirchliche Einbettung des Berufs konkret
erfahren. Zugleich lebt die Ausbildung vom Rhythmus von communio und
missio. Phasen des Kommunitätslebens werden immer wieder unterbrochen
von Phasen des Hinausgehens - in verschiedene Praxisfelder (Praktika),
an einen auswärtigen Studienort (externes Jahr), in die Pfarrseelsorge
(Pastoralkurs).
Das Studium der Theologie ist Kernbestandteil der Priesterausbildung. Dabei geht es nicht nur um Inhalte, die den Stoff der späteren Verkündigung des Glaubens bilden. Es geht um die persönliche Auseinandersetzung mit dem Glauben der Kirche, seine Aneignung und tiefere Durchdringung und um die Fähigkeit zur Argumentation auf der intellektuellen Höhe der Zeit. Nicht nur der Stofffülle wegen, sondern dieses geistlichen Prozesses wegen, in dem der Glaube durch die Methodik der einzelnen Fächer zunächst zergliedert und durch die innere Logik der Offenbarung wieder zu einem tiefer verstandenen Ganzen zusammengesetzt wird, braucht das Studium seine Zeit, die mit fünf Jahren nicht zu gering veranschlagt ist.
Kommt es wirklich darauf an, dass ich Griechisch lerne? Die Sprachen der kirchlichen Tradition - Latein, Griechisch und Hebräisch - sind Studienvoraussetzungen. Sie können aber auch noch während des Studiums gelernt werden. Die Liebe zur Heiligen Schrift sollte eigentlich genügend Motivation darstellen, sich zu bemühen, auch die Originalsprachen der Bibel kennen zu lernen. Gewiss werden nur einige Spezialisten sich an der Klärung der Detailfragen von Übersetzung und Auslegung der biblischen Texte beteiligen können. Aber einen gewissen Zugang zur Information aus erster Hand, aus den biblischen und kirchlichen Quellen, sollten die Gläubigen den Priestern zutrauen dürfen. Ein solches „ad fontes" - zu den Quellen - entspricht auch dem akademischen Niveau des Priesterberufs.
Erst einmal studieren vor der endgültigen Entscheidung? Die endgültige Entscheidung für den Priesterberuf fällt mit der Weihe. Deshalb gibt die Zeit vorher Spielräume, die Gründe dafür und dagegen ehrlich und in guter geistlicher Begleitung abzuwägen. Das Priesterseminar hat die Aufgabe, diese Klärung zu fördern und zu unterstützen. Es gibt diesem Entscheidungsprozess Raum und begleitet ihn. Ja, eigentlich kann diese Entscheidung nie bloß im stillen Kämmerlein, sondern nur im Kontext der konkreten Kirche fallen. Deshalb kann es keinen wirklich triftigen Grund geben, erst später, nach einigen Semestern des Studiums, ins Priesterseminar einzutreten. Überdies sind die geistlichen und praktischen Ausbildungselemente (Exerzitien, Gebetsgemeinschaft, Stimmbildung, liturgische Praxis, Verantwortungsfelder, Kommunikation usw.) schwerlich außerhalb des Seminars in vergleichbarer Intensität zu bekommen.
Gibt es eine Altersbeschränkung? "Der Geist weht, wo er will." Wenn diese biblische Redensart stimmt, dann muss auch gelten, dass der Geist weht, wann er will. Deswegen kann es für Berufung keine Altersbeschränkung geben. Im Reich Gottes können die Letzten durchaus auch die Ersten sein (Mt 19,30). Für die Berufung zum priesterlichen Dienst in der Seelsorge gibt es nach oben zwar keine offizielle Altersgrenze, aber der Interessent bzw. Bewerber muss neben einem Hochschulstudium ein anspruchsvolles geistliches und menschlich forderndes Ausbildungsprogramm absolvieren können. Dazu braucht er eine überdurchschnittliche Integrationsfähigkeit und innere Beweglichkeit, sich auf viele unterschiedliche Situationen einlassen zu können. Deswegen ist es bei Bewerbern, die in die Jahre gekommen sind, noch notwendiger, sich mit den zuständigen Regenten umfassend zu beraten. Ungeachtet des Alters absolvieren in Sankt Georgen alle Priesterkandidaten ein akademisches Studium mit dem Ziel eines kirchlich und staatlich anerkannten Hochschulabschlusses (Dipl.- Theol. bzw. Magister Theologiae). Über das Studium und die Anforderungen informiert die Homepage der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. Für Interessenten ohne Hochschulzugangsberechtigung bzw. nach einer Berufsausbildung gibt es das Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Bitte wenden Sie sich in diesen Fragen an den Regens Ihres Bistums bzw. an P. Regens in Sankt Georgen.
Es gibt eine Reihe von kirchlichen Einrichtungen, an denen man das Abitur nachholen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen kommt auch ein Theologiestudium ohne Abitur in Frage. Die Möglichkeit dazu besteht im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Dorthin kann ein Kandidat vom Priesterseminar seiner Heimatdiözese entsandt werden.
Kann ich mir die Ausbildung finanziell leisten? So wie in jeder anderen Berufsausbildung trägt die Kosten für die Priesterausbildung der einzelne, der in seine berufliche Zukunft investiert, beziehungsweise seine Familie. Entsprechend dieser Gleichbehandlung stehen dem Priesterkandidaten auch alle staatlichen Unterstützungen offen, die anderen Studenten oder ihren Familien zugänglich sind. Freilich ist die Ausbildung im Priesterseminar so zeitintensiv, dass es kaum möglich ist, sich durch Ferienjobs und ähnliche Arbeiten das Studium zu finanzieren. Dafür gibt es noch eigene kirchliche Förderungsmöglichkeiten, so dass der Weg zum Priestertum nicht am Geld scheitern muss. |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 29. September 2010 um 16:55 Uhr |





